Private Pflegezusatzversicherung sinnvoll

Ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll? Statistiken zufolge wird etwa jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens pflegebedürftig. Um die Kosten der Pflege zu finanzieren, wurde die gesetzliche Pflegeversicherung ins Leben gerufen, die allerdings nur eine Grundabsicherung bietet.

Oft wird lediglich ein Teil der Pflege-Kosten übernommen, sodass eine Differenz von einigen hundert bis über 1000 Euro pro Monat verbleiben kann. Wer sich vor diesen hohen Kosten schützen möchte, sollte eine private Pflegeversicherung abschließen, die eine umfassende finanzielle Vorsorge bietet. Lesen Sie hier, warum eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist.

  • Der Preis-Leistungs-Vergleich im Pflegeversicherung Vergleich der Stiftung Warentest zeigt große Unterschiede je nach Anbieter. Der individuelle Vergleich der Pflegeversicherung Testsieger ist sinnvoll

Für wen ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

Für welche Berufsungruppen ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll? Hier wird zwischen Angestellten/Arbeitnehmern, Selbständige und Freiberufler sowie Beamte bzw. Beamtenanwärter unterschieden.

Private Pflegeversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer sinnvoll

Arbeitnehmer sind in Deutschland über die gesetzlichen Sozialversicherungen versichert. Sie bieten allen Versicherten einheitliche Leistungen, der Pfleggeversicherungsbeitrag wird anhand des Einkommens und des Beitragssatzes berechnet. So beteiligen sich Menschen mit hohem Einkommen deutlich mehr an der Finanzierung der Sozialkassen, deren Leistungen alle Menschen einheitlich nutzen können.

Die Leistungen werden hierbei gesetzlich festgeschrieben, berücksichtigen dabei aber nicht immer die tatsächlichen Kosten. Deswegen ist die private Pflegezusatzversicherung sinnvoll für Angestellte und Arbeitnehmer.

Sinnvolle Ergänzung zur gesetzlichen Pflegeversicherung

Je nach Pflegestufe und Pflegeumfang kann so eine Kostenlücke von einigen hundert Euro auftreten. Diese besteht bereits in der Pflegestufe I und wird umso größer, je intensiver der Pflegebedarf ist. Härtefälle beispielsweise haben aktuell Anspruch auf 1.918 Euro monatlich, die bei ambulanter und stationärer Pflege in Anspruch genommen werden können. Ein professioneller Pflegeheimplatz hingegen kann mehr als 4.000 Euro im Monat kosten. Die Differenz müssen Betroffene entweder aus eigener Tasche bezahlen oder von ihren Kindern finanzieren lassen.

Wenn beides nicht möglich ist, ist nur eine einfache Heimunterbringung möglich, die über die Sozialkassen finanziert wird. Aus diesem Grund sollten sich Arbeitnehmer frühzeitig für eine private Pflegeversicherung entscheiden, deren Leistungsumfang individuell vereinbart wird.

So kann die Kostenlücke geschlossen und im Pflegefall eine wirklich umfassende Pflege in Anspruch genommen werden. Besonders für Frauen ist eine solche Pflegeversicherung sinnvoll, denn Frauen haben meist einen geringeren Rentenanspruch, eine längere Lebenserwartung und damit ein gestiegenes Pflegerisiko.

Private Pflegeversicherung für Selbständige und Beamte

Selbstständige und Beamte sind nicht pflichtversichert. Lediglich bei einer freiwilligen Versicherung ist die Absicherung über die gesetzliche Pflegeversicherung möglich. Deshalb ist sowohl für Selbständige als auch für Beamte eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll.Alternativ stehen aber verschiedene private Pflegevollversicherungen zur Verfügung, die dann gewählt werden können.

Die Erfahrung zeigt aber auch hier, dass die Leistungen oft nicht ausreichend sind, denn im Unterschied zur Krankenversicherung, bei der die Private oft deutliche Vorteile bietet, sind die Leistungen bei den Pflegeversicherungen kaum unterschiedlich.

Private Pflegevollversicherung für Beamte und Selbständige sinnvoll

Auch bei der privaten Pflegevollversicherung sowie bei den Versicherungen für Beamte sind die Leistungen an die der sozialen Versicherungen gekoppelt. Daher sollten auch Selbstständige und Beamte, die im Pflegefall umfassend versorgt sein wollen, über den Abschluss eines privaten Versicherungsvertrages nachdenken. Gerade die Pflegetagegeldversicherung ist hierfür besonders sinnvoll, wie auch die Tester der Stiftung Warentest empfehlen.

Die Pflegetagegeldversicherung übernimmt nämlich nicht nur einen Teil der Pflegekosten, sondern trägt einen festgesetzten Tagessatz, der für die Pflege aufgewendet werden kann. Durch die individuelle Festlegung der Höhe können Selbstständige und Beamte die Pflegekosten vollständig abdecken und mögliche finanzielle Sorgen im Pflegefall vermeiden.

Pflegezusatzversicherung für Hausfrauen und Geringverdiener sinnvoll

Hausfrauen und Geringverdiener verzichten häufig auf den Abschluss einer privaten Pflegeversicherung, denn das Einkommen reicht einfach nicht aus, die Beiträge zu finanzieren. Diese Personengruppen sind jedoch besonders von finanzieller Not im Alter betroffen, denn durch das geringe bzw. fehlende Einkommen kann kaum ein Rentenanspruch erworben werden. So ist es kaum möglich, die Kostenlücken in der Pflegeversicherung zu schließen und eine würdige Pflege zu ermöglichen.

Mit der staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung „Pflege-Bahr“ jedoch soll es jetzt möglich sein, diese Kostenlücke zu schließen und für den Fall der Pflege vorzusorgen. Wer sich für einen solchen Vertrag entscheidet, kann bis zu 60 Euro pro Jahr für die Finanzierung der Versicherung erhalten. Auch hier ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll.